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DIE ERINNERTE WIRKLICHKEIT
 
 

24,50 EUR

ISBN-Nummer: 3-89334-545-8  

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Rosmarie Barwinski
Die erinnerte Wirklichkeit
Zur Bedeutung von Erinnerungen im Prozess der Traumaverarbeitung. 2. Auflage 2012, 172 S., € 24,50 (545-8)

Auf kaum einem Gebiet der psychologischen Medizin und Sozialwissenschaften sind Subjektivismus und Objektivismus so ausgeprägt vertreten wie in der Gedächtnisforschung. Besonders hoch schlagen die emotionalen Wellen beim Thema sexueller Missbrauch an Kindern. Hier stehen „False-Memory-Bewegung“ und „naiver Realismus“ einander besonders kämpferisch gegenüber. Für die erste Position gehen in der Therapie wieder entdeckte Erinnerungen grundsätzlich auf Suggestion der Therapeutin zurück, für die zweite bedeutet jede kritische Untersuchung von in der Therapie wieder entdeckten Erinnerungen eine „Retraumatisierung“ der Patientin.
Es ist das Verdienst der vorliegenden Untersuchung, einen vernünftigen Mittelweg zwischen diesen Extremen aufzuzeigen. Einerseits wird die Funktionalität menschlicher Erinnerung für die aktuelle Lebensbewältigung anerkannt, was – anders als bei einem Computer – zu selektiver Erinnerung führt. Andererseits aber werden Subjektivismus und monadisches Denken vermieden, indem der realistische Kern von menschlichen Gedächtnisleistungen im allgemeinen und von traumatischer Erinnerung insbesondere berücksichtigt wird. So gelingt es Rosmarie Barwinski, der bisherigen Schwarz-Weiß-Malerei in der Gedächtnisdebatte ein profiliertes, in sich differenziertes Bild entgegen zu setzen, das durch Rückbindung an die psychotherapeutische Erfahrung die Farben des wirklichen Lebens annimmt.




 
 



 

"Die Antworten auf diese Fragen haben unmittelbare Konsequenzen für die Therapie. Aufgrund der Form der Erinnerung wird es nicht nur möglich, Aussagen darüber zu machen, wie weit traumatische Erfahrungen psychisch integriert werden konnten, sondern auch welche Behandlungstechnik entsprechend der Art der Erinnerung angewendet werden sollte. Unterschiedliche, insbesondere für Traumabehandlungen entwickelte Techniken werden dementsprechend auf der Grundlage des veränderungstheoretischen Wissens des Integrationsmodells der Traumaverarbeitung diskutiert und deren Bedeutung in den unterschiedlichen Behandlungsphasen aufgezeigt. " (PD Dr. Christiane Eichenberg in Deutsches Ärzteblatt, Dez. 2010)